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TenneT macht mit den Spezialisten der EQOS Energie das nord- und osthessische Stromnetz fit für die Energiewende

Die bestehenden 380 Kilovolt (kV) Freileitungen zwischen den nordhessischen Umspannwerken Twistetal, Borken und Mecklar sowie dem Thüringer Umspannwerk Vieselbach bei Erfurt werden fit für die Herausforderungen der Energiewende gemacht. Zur Verstärkung der wichtigen Ost-West-Verbindung werden die stromführenden Leiterseile der 380-kV-Stromkreise durch sogenannte Hochtemperaturleiterseile ausgetauscht. Für die Leitungsverstärkung einzelner Trassen-Abschnitte der Leitung von Borken nach Mecklar wurde EQOS Energie, einer der führenden Dienstleister im Bereich komplexer technischer Infrastrukturen, vom Höchstspannungsnetzbetreiber TenneT gleich mit zwei Baulosen beauftragt.

Leistungsfähigere, stabilere Stromnetze

EQOS Energie zeichnet sich demnach für den Leiterseiltausch auf einer Trassenstrecke von mehr als 20 Kilometern sowie Traversentausch, Fundamentsanierung und die Erhöhung von einzelnen Masten verantwortlich. „Durch die Umrüstung auf Hochtemperaturleiterseile kann potentiell mehr Strom transportiert werden“, erklärt Karl-Heinz Hüsing, Profit Center Leiter Deutschland Süd-West im Freileitungsbau bei EQOS Energie. „Während sich die bestehenden Leitungen nur bis maximal 80 °C erwärmen, werden Hochtemperaturleiterseile mit einer Temperatur von rund 135 °C betrieben, wodurch auch mehr Strom fließen kann. Somit wird das Stromnetz deutlich leistungsfähiger und stabiler“, erläutert er weiter.

Damit dies zukünftig möglich sein wird, muss der Auftraggeber TenneT jedoch noch weitere Schritte durchlaufen. „Die nun beginnenden Umbeseilung im Schwalm-Eder-Kreis und weiter Richtung Ludwigsau bildet die technische Grundlage für den späteren Betrieb mit erhöhter Stromtragfähigkeit. Damit der Schalter aber tatsächlich umgestellt werden kann, muss noch ein Planfeststellungsverfahren unter der Federführung des Regierungspräsidiums Kassel durchgeführt werden“, erklärt TenneT-Projektsprecher Markus Lieberknecht. Den Antrag auf Planfeststellungsbeschluss plant TenneT in den kommenden Wochen zu stellen. Nach erfolgter Prüfung auf Vollständigkeit, kann das formelle Genehmigungsverfahren starten. Hierfür werden die Planunterlagen anschließend öffentlich ausgelegt. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens darf TenneT die Leitung höher auslasten.

Nachhaltiger Netzbetrieb im Vordergrund

Die Umbeseilung wird auf der bestehenden, rund 45 Jahre alten Leitung umgesetzt. Eine neue Leitungsführung ist nicht notwendig. Projektsprecher Lieberknecht unterstreicht: „Wir können in Hessen einen nachhaltigen Netzbetrieb gestalten, in dem wir das Bestandnetz für die Energiewende verstärken. Leitungsneubau wird so reduziert und die Auswirkungen auf Mensch und Natur minimiert. TenneT geht hier streng nach dem NOVA-Prinzip vor, das bedeutet: Netzoptimierung vor Verstärkung vor Ausbau.“ Mit den beschriebenen Maßnahmen gehen die Vertragspartner EQOS Energie und TenneT TSO GmbH nun von Mitte April bis Herbst 2022 diesen wichtigen Umbau in Nord- und Osthessen gemeinsam an. Dabei stellt der eng bemessene TenneT-Zeitplan die größte Herausforderung für die Spezialisten von EQOS Energie dar. Hüsing: „TenneT muss über die hochausgelasteten 380-kV-Leitung die Stromversorgung auch während der Bauphasen aufrechterhalten. Daher kann es nur etappenweise Freischaltungen einzelner Stromkreise geben. Das bedeutet, wir können nur in klar definierten, exakt getakteten Zeitfenstern arbeiten.“ Um den Auftrag fristgerecht zu erfüllen hat EQOS Energie zwei Teams mit jeweils 25 Mann in den kommenden Monaten für TenneT im Einsatz. Das Auftragsvolumen umfasst einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

Foto: TenneT